Biografie
Joachim Ringelnatz, geboren 1883 in Wurzen bei Leipzig war der Sohn zweier Künstler, wodurch er besonders dem Vater nacheifernd früh auf sein späteres Berufsfeld geprägt wurde. Seine Schulzeit verlief unrühmlich; durch unangemessenes Verhalten und soziale Inkompatibilität musste er das Gymnasium abbrechen und schrieb seinen Abschluss an einer privaten Realschule. Auch die anschließende Zeit ab 1801 auf einem Segelschiff verlief wenig erfolgreich; so landete er mittel- und orientierungslos in Hamburg, bis er sich freiwillig für ein Jahr bei der Marine meldete. Weitere, berufliche Fehlversuche folgten, doch fasste er Fuß als Hausdichter im Münchener Simplicissimus und der gleichnamigen Zeitschrift, wenn auch weiterhin nah am Existenzminimum.
Nach einer beschwerlichen Reise nach Riga verfiel er wieder dem Misserfolg, verlor Arbeitsstellen z.B. als Bibliothekar oder Dekorateur; Erleichterung für ihn brachte der Kriegsausbruch, der ihn freiwillig und kriegseuphorisch zurück zur Marine führte. Doch auch dort Verlief seine Karriere auf Minenschiffen nicht wie erhofft und so verließ er das Militär im Zuge der Novemberrevolution 1918.
1920 heiratete er und widmete sich nun endgültig der Kunst in München und später in Berlin. Er schrieb weiterhin, begann zu malen, doch bekannt wurde er im ganzen Land als reisender Kabarettist. Diese Karriere endete 1933 mit der Machtergreifung Hitlers, in Folge welcher seine Werke zensiert bzw. vernichtet und Auftritte verboten wurden.
Ringelnatz starb 1934 im Exil in Zürich an der Tuberkulose, deren Behandlung er sich nicht leisten konnte.